Titel: Spitze bleibt Spitze

Untertitel: Nicht offener Städtebaulicher Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 Wohnquartier

Projekt: Strampelspitze in Nordhorn, städtisches Wohnen in zentraler Grünlage

Gebäudetyp: Städtebau

Bauherr: Stadt Nordhorn

Architekt: bob-architektur: Robert Wetzels, Sarah Piontek, Charlotte Streuber, Tae Heung Lee

Standort: Nordhorn

Wettbewerb: 2015

LP: 1 – 2

Das geplante Wohnquartier an der Strampelspitze befindet sich in einer zentralen Lage in unmittelbarer Nähe des Stadtkerns von Nordhorn – eingerahmt von den Fluss-Armen der „Vechte“ und einem reichhaltigem Baumbestand. Um das bestehende Grundstück in seiner begünstigten Lage bestmöglich zu nutzen und dabei die bestehende Ökologie des Erholungsgebietes zu schonen, schaffen wir mit unserem städtebaulichen Entwurf ein Gleichgewicht zwischen urbanem Lebensraum und naturnahem Erlebnis-Wohnen. Gleichermaßen soll der hochwertige Außenraum mit vielseitigem Baumbestand für die Bewohner Nordhorns erlebbar bleiben. Mit dem Entwurf „Spitze bleibt Spitze“ schaffen wir ein Wohnquartier, welches sich durch seine angemessene Dichte in die Umgebungsbebauung einfügt und sich an die Bestandsvolumen anpasst. Die geplanten Gebäude werden in hiesiger Bauweise ausgeführt und erhalten eine braune Ziegelfassade. Analog zu den Nachbargebäuden bilden sich sieben dreigeschossige Baukörper aus, die sich im verträglichen Abstand auf der Grünfläche anordnen. Die Anordnung auf dem Grundstück ergibt sich aus der Fächerung der östlich angrenzenden Bebauung, die in dieser Form weitergeführt bis hin zur Spitze ausläuft. Die Strampelspitze wird bewusst freigehalten und betont, sodass ihr hohes Maß an qualitativem Freiraum erlebbar gemacht wird. Aus diesem Grund leitet die Wegeführung die Anwohner und Besucher zwischen den Wohnhäusern ringförmig bis hin zur Spitze, die zum Spielen und als Treffpunkt für Jung und Alt einlädt. Die Spitze wird zum Teil vom Gehölz befreit, die Fläche von 400 m² kann für eine Spielfläche genutzt werden. Des Weiteren dient sie dem Zweck der Naherholung für unmittelbare Anwohner und die Bewohner Nordhorns.Die Erschließung der einzelnen Gebäude erfolgt über die ringförmige Straße bis hin zu Stellflächen direkt vor den jeweiligen Wohnhäusern. Im Sinne des schonenden Umgangs mit dem Grundstück und unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit halten wir den Verzicht auf eine Unterkellerung und eine aufwendige Tiefgarage für sinnvoll. Sowohl die Parkflächen als auch die Zuwegung bestrebt den größtmöglichen Erhalt der Bestandsbäume und generiert nur wenig versiegelte Flächen – eine entspannte Wegeführung und private Eingangsbereiche können so nachhaltig realisiert werden. Durch die verträgliche Menge von 113 Wohnungen nimmt die Anzahl der Fahrzeuge im Bereich der Strampelspitze nicht Überhand – ruhiges und qualitatives Wohnen am Wasser kann gewährleistet werden. Hinzu kommt das grüne Herz inmitten des Quartiers, das die Bestandsbegrünung zur Schaffung einer hochwertigen Begegnungsbereich nutzt. Trotz der fehlenden Keller werden ausreichend Abstellräume unterhalb des flach-geneigten Daches geschaffen, welches sich als Satteldach gemäß unseres verträglichen Umgangs mit den vorhandenen Kubaturen ausbildet. Um die Belichtung bestmöglich auszunutzen, wird eine Transformation des Standard-Satteldaches vorgenommen. Am Sonnenverlauf orientiert, wird das Dach modifiziert und optimiert: Der Schattenwurf der Gebäude kann durch die Ausrichtung minimiert werden, eine Photovoltaik-Anlage soll angedacht werden. Die Ausrichtung der einzelnen Gebäude garantiert für jede Wohnung den Ausblick auf die Vechte, die einzelnen Grundrisse bieten eine hohe Flexibilität von 1,2 bis 3 Personen- Haushalten. Neben großformatigen Fenstern runden optionale Balkone das hochwertige Wohnerlebnis ab. Das Wohnquartier „Spitze bleibt Spitze“ bildet eine nachhaltige und verträgliche städtebauliche Antwort auf die hohen Anforderungen des stadtnahen, ökologisch-wertvollen Gebiets. In ihrem Maßstab, Materialität und Anordnung fügen sich die Wohngebäude in die bestehende städtebauliche Struktur ein und kreieren zugleich ein spannendes Quartier für Anwohner und Besucher.

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