Titel: Knoor

Untertitel: Erweiterung einer Schreinerei im denkmalgeschützten Ensamble, in Saelhuysen

Projekt: Erweiterung einer Schreinerei

Gebäudetyp: Gewerbebau

Bauherr: Markus Knoor

Architekt: bob-architektur: Robert Wetzels

Standort: Saelhuysen

Bauzeit: 2000 – 2001

LP: 1-7

Nutzfläche: 364 m², (182 m²)

Fotograf: Volker Kleinekort

Das Bestandsgebäude, ein über die Jahre gewachsener Hof, beinhaltet Wohnen, eine Schreinerei, sowie Lager und das dazugehörige Büro. Der U-förmige Baukörper ist aus massivem Stein gebaut mit unterschiedlichen Satteldachkonstruktionen. Benötigt wurde eine Erweiterung der Schreinerei. Ziel der Planung war es, die alte Bausubstanz weitestgehend unberührt zu lassen und den Innenhof als Aufenthaltsraum nicht zu verlieren. Deshalb basierte die Neuplanung auf einem einfach ablesbaren Baukörper mit einem dauerhaften und einem temporären Element.
Das statische Element bildet ein flaches Dach, welches den gesamten Innenhof nach oben hin schließt und der wilden Dachlandschaft des Altbaus Ruhe verleiht. Die Konstruktion des Daches besteht aus drei Schichten. Eine einfache Stahlkonstruktion formt das Grundgerüst aus Träger und Stützen. Die wetterschützende Dachhaut ist aus Glas, damit auch weiterhin Tageslicht den Innenhof durchflutet. Abnehmbare Sonnenschutz Module mit Holzlamellen über dem geplanten Arbeitsbereich machen das Dach begehbar und somit auch als Dachterrasse nutzbar. Das zweite, temporäre Element formuliert die Fassade des neuen Baukörpers. Konstruiert wie ein großer Bilderrahmen inszeniert sie das dahinter liegende Gebäude neu. Aus dem Material des Schreinerhandwerks gebaut wirkt sie im Gegensatz zu den steinernen Hofgebäuden leicht wie ein eingestellter Paravent der sich mit einer großen Rundung nach innen formt. Durch das Zusammenspiel dieser beiden Elemente wurde der Innenhof in zwei klar ablesbare Bereiche geteilt. Den geschlossenen Innenraum zum Arbeiten und den Wetter geschützten Außenraum zur privaten Nutzung. Der Wechsel von lichtdurchfluteten und sonnen geschützten Flächen im Dach unterstreicht die Trennung der Raumfunktionen und bewahrt durch gezielten Lichteinfall stets die Distanz zur gewachsenen Struktur des Altbaus. Dach und Fassade funktionieren völlig unabhängig voneinander. So kann bei einer späteren Nutzungsänderung des Innenhofes das neu errichtete Dach als Grundelement erhalten bleiben und der wettergeschützte Freiraum ganz nach Wunsch des Bauherrn neu definiert werden.

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